Mehrarbeit

Mehrarbeit ist ein allgegenwĂ€rtiges Thema in der Arbeitswelt, das oft Fragen aufwirft. Was genau ist Mehrarbeit? Was unterscheidet Mehrarbeit von Überstunden? Wann spricht man von Mehrarbeit, und wann von Überstunden? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet.

Kurz gesagt:

  • Wenn Arbeitnehmer die gesetzliche Höchstarbeitszeit ĂŒberschreiten, handelt es sich um Mehrarbeit.
  • Die Unterscheidung zwischen Mehrarbeit und Überstunden ist mitunter verschwommen. Oft entsteht Mehrarbeit als direkte Folge von Überstunden.
  • Arbeitgeber dĂŒrfen Überstunden nur in NotfĂ€llen anordnen.
  • Zu hĂ€ufige Mehrarbeit kann sich negativ auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken.

Mehrarbeit tritt in der Regel also auf, wenn die geltende Höchstarbeitszeit ĂŒberschritten wird.

Überstunden hingegen fallen an, wenn ĂŒber die regulĂ€re Arbeitszeit gemĂ€ĂŸ Arbeits- oder Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung hinaus gearbeitet wird.

Das Arbeitszeitgesetz legt eine tĂ€gliche Arbeitszeitgrenze von 8 Stunden fest (§ 3 ArbZG). Bis zu 10 Stunden tĂ€gliche Arbeitszeit sind erlaubt, solange die durchschnittliche Arbeitszeit ĂŒber 24 Wochen maximal 8 Stunden pro Werktag betrĂ€gt.

Besondere Situationen

In bestimmten ArbeitsverhÀltnissen gelten spezielle Regelungen zur Mehrarbeit:

  • Teilzeitarbeit: Arbeitnehmer mĂŒssen Überstunden und Mehrarbeit nur leisten, wenn vertraglich vereinbart. Die Gesamtarbeitszeiten bei verschiedenen Arbeitgebern dĂŒrfen die gesetzliche Höchstgrenze nicht ĂŒberschreiten.
  • Schwangerschaft: Schwangere oder stillende Mitarbeiterinnen dĂŒrfen maximal achteinhalb Stunden pro Tag bzw. 90 Stunden pro Doppelwoche arbeiten.
  • Elternzeit: WĂ€hrend der Elternzeit ist die wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden beschrĂ€nkt.

Rechtliche Aspekte und Mitarbeitervertretung

Zu hÀufige Mehrarbeit kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Daher ist es wichtig, die rechtlichen Vorgaben zu kennen und im Interesse aller Beteiligten zu handeln. Folgende Rechte werden dem Arbeitnehmer beziehungsweise dem Arbeitgeber zugesprochen:

  • Arbeitnehmer: Bezahlung der Überstunden, Einhaltung der gesetzlichen Höchstarbeitszeitgrenzen.
  • Arbeitgeber: Weisungsrecht in Notsituationen, Festlegung der Arbeitszeit im gesetzlichen Rahmen.

Ebenso haben beide Parteien auch Pflichten zu erfĂŒllen:

  • Arbeitnehmer: Bericht ĂŒber geleistete Mehrarbeit, Hinweis auf Überlastung.
  • Arbeitgeber: Aufzeichnung der Arbeitszeiten inklusive Überstunden, Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer.

WICHTIG: Auch der Betriebsrat hat Mitbestimmungsrechte bezĂŒglich der Arbeitszeiten und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer.

Ausnahmen:
  • Jugendliche dĂŒrfen maximal 8 Stunden pro Tag bzw. 40 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Schwerbehinderte können von Mehrarbeit freigestellt werden.

VergĂŒtung

Die VergĂŒtung von Mehrarbeit ist gesetzlich nicht geregelt. Sie hĂ€ngt von individuellen Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab.